Grundsätzlich ist ein Wildtiermonitoring nur so aussagekräftig wie seine Datengrundlage. Doch gerade die Erhebung von Daten seltenerer und versteckt lebender Wildtierarten stellt häufig eine große Herausforderung dar. Herkömmliche Nachweismethoden dieser Arten gehen zumeist mit hohem personellem und finanziellem Aufwand einher, was sich zulasten der Effizienz auswirkt. Darüber hinaus sind im Rahmen der gängigen Methoden oftmals konkrete, meist kurze Aktivitätsfenster zu berücksichtigen, außerhalb derer Nachweise nur schwer bis gar nicht möglich sind.
Der Einsatz sogenannter „Artenspürhunde“ kann eine sinnvolle Ergänzung oder gar Alternative zu herkömmlichen Kartiermethoden darstellen, was vielfache Untersuchungen bestätigen. Artenspürhunde sind Hunde, welche darauf trainiert wurden, die Hinterlassenschaften von Wildtieren, wie bspw. Kot, Haare, Federn, Haut und Nester (indirekter Nachweis), oder die Wildtiere selbst (direkter Nachweis) zu suchen und anzuzeigen. Ein großer Vorteil liegt zudem in der nicht-invasiven Arbeitsweise der Hunde. Nachweise können so unter Vermeidung von Störungs- und Stresssituationen für die untersuchten Wildtiere erbracht werden. Der Einsatz von Artenspürhunden hat sich bisher vor allem in großen, unwegsamen oder unübersichtlichen Untersuchungsgebieten bewährt. Darüber hinaus bietet er eine erhöhte Nachweiswahrscheinlichkeit auf Flächen, auf denen die Vegetationsdichte eine Suche mit dem menschlichen Auge schwierig oder ineffektiv macht und/oder die Populationsdichte der untersuchten Art gering ist.
Heimische Schlangenarten stellen ein Beispiel für versteckt lebende, teils seltene und somit im Rahmen der herkömmlichen Kartiermethoden schwer nachzuweisende Wildtiere dar (bzw. nur unter Einsatz eines großen personellen und finanziellen Aufwands). In der Regel sind die Ausbringung und regelmäßige Kontrolle künstlicher Verstecke sowie vielfache Gebietsbegehungen innerhalb der Aktivitätszeit der Schlangen und unter Beachtung bestimmter Witterungsbedingungen obligatorisch, um nachzuweisen, ob die untersuchte Schlangenart im Untersuchungsgebiet vorkommt. Möchte man darüber hinaus eine Datenbasis erlangen, welche eine Aussage zur Populationsgröße der untersuchten Art ermöglicht, kann eine Erhöhung der Anzahl von Begehungsterminen erforderlich werden.
Um gemäß des Firmenleitbildes eine nachhaltige Ergänzung bzw. sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Erfassungsmethoden vorzuhalten, verfügt Enviro-Plan über einen Artenspürhund. Dieser wurde speziell zum Nachweis der heimischen Schlangenart Schlingnatter (Coronella austriaca) ausgebildet und bereits mehrfach im Rahmen von Planungsvorhaben eingesetzt. Der Einsatz des Hundes kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn herkömmliche Nachweismethoden aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder projektspezifischer Problemstellungen an ihre Grenzen stoßen. Er sollte jedoch in jedem Fall mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmt werden.
Der Einsatz von Artenspürhunden – insbesondere unser auf die Schlingnatter spezialisierter Hund – ist somit weit mehr als nur eine Ergänzung: Er ist ein innovativer, effizienter und nicht-invasiver Ansatz für das moderne Wildtiermonitoring.
Wir nutzen dieses Spezial-Know-how, um die Erfassung schwer nachweisbarer Arten zu optimieren. Das Ergebnis ist eine belastbare und behördlich abstimmbare Datengrundlage, die für Ihre Planungs- und Genehmigungsverfahren entscheidend ist. Mit Enviro-Plan sichern Sie sich maximale Datensicherheit bei minimaler Störung der Natur.
Praktische Einblicke in die Artensuche mit Hund:
Im Zuge der Sucharbeit wird der Hund von der Hundeführerin an einer 5 m langen Suchleine entlang potenzieller Habitatstrukturen der Schlingnatter geführt. Funde der Schlangenart (direkte oder indirekte Nachweise) werden vom Hund durch Anstarren angezeigt und anschließend von der Hundeführerin per Fotodokumentation und GPS-Verortung dokumentiert. Zur Verifizierung der Leistung des Spürhundes am jeweiligen Tag der Begehung werden innerhalb der Untersuchungsfläche Geruchsproben-Dummies (i. d. R. Schlangenhaut) ausgelegt.